Die Klavierkonzerte Mozarts gehören sicher zu den größten Errungenschaften der konzertanten Weltliteratur. Alfred Einstein bezeichnete sie sogar als Mozarts "größte Genietat" und sprach von "Krönung und Gipfel seines instrumentalen Schaffens". Wie kein Komponist zuvor schaffte es Mozart, den formalen Rahmen einer ausgeprägten Sonatenhauptsatzform mit einem langsamen Mittelsatz und einem bewegten Finale in einer ausgesprochen emotionalen Vielfalt zu kombinieren. Für den Solisten stellt diese Komplexität bis heute eine große Herausforderung dar, gilt es doch, sich einerseits als "primus inter pares" in das Orchester nach dem Vorbild tradierter Rollenverteilungen einzufügen, andererseits aber aus dieser Rolle mit graziler Virtuosität immer wieder herauszutreten.
Mozarts Klavierkonzerte nehmen von den frühen bis zu den späten Kompositionen zudem eine erstaunliche Entwicklung. Sie entstanden zwischen 1767 und 1791, wobei die ersten vier Konzerte noch Bearbeitungen von Werken Anderer, u. a. der Söhne J. S. Bachs, waren. Das 5. Klavierkonzert gilt als sein erstes "richtiges" Klavierkonzert. Er schrieb es "erst" mit 17 Jahren. Zu diesem Zeitpunkt hatte er allerdings schon 22 Sinfonien, 5 Messen, 7 Opern und zahlreiche andere Werke komponiert.
Eine besondere Handschrift tragen die langsamen Mittelsätze in Mozarts Klavierkonzerten, bilden sie doch den Ruhepol der dreisätzig angelegten Stücke, ohne dabei den Spannungsbogen zu verlieren. Vielmehr verleihen sie den Kompositionen eine eigene Kraft, mit der sie
genauso für sich alleine stehen könnten wie etwa das Violin-Adagio in E-Dur, das Mozart ursprünglich
als Mittelsatz seines 5. Violinkonzertes vorgesehen hatte. Die vorliegende CD stellt
daher sechs ausgewählte Mittelsätze einmal in einen eigenen Kontext, wohl wissend, dass
jeder Satz für sich genommen die komplexe Anlage des gesamten Klavierkonzertes zwar nicht
abbilden, wohl aber kommentieren kann.
Prof. Dr. Edward G. Krubasik
Vorsitzender des Musikgremiums