Hamburger Künstler Brozilla frischt sein FAUN-Graffiti auf
Mut zur Sprühfarbe
75 Jahre KRAVAG, 75 Geschichten: In unserem Jubiläumsjahr erzählen wir spannende Storys aus der Transport- und Logistikbranche, von besonderen Menschen und außergewöhnlichen Ereignissen, die die KRAVAG geprägt haben.
Es gibt wohl kaum einen Job, bei dem man häufiger von der Polizei aufgehalten wird als der, den Gerrit "BROZILLA" Fischer ausübt. Der 45-jährige Hamburger ist Graffiti-Künstler und verantwortlich für das in ganz Hamburg bekannte Bild unseres FAUN-Lkw im Heidenkampsweg 104. Bereits seit zehn Jahren bricht der historische Truck durch die Mauer unseres alten Rechenzentrums. Zum Jubiläum bekam das Graffiti jetzt eine Auffrischungskur von BROZILLA. Die Polizei ließ nicht lange auf sich warten: Bereits am ersten Arbeitstag stoppte ein Streifenwagen samt skeptischen Polizeibeamten neben Gerrits Leiter, die pflichtbewusst überprüften, ob er legal an der Fassade arbeitet.
Streetart und Soziales Engagement
Die Leidenschaft für Streetart begann für Gerrit Fischer bereits im Alter von 12 Jahren. Mittlerweile arbeitet der gebürtige Hamburger hauptberuflich als Künstler. Dass Gerrit irgendwann im Leben einmal auch Sozialpädagogik an der Uni Lüneburg studiert hat, kann er allerdings nicht ganz abstreiten. Er realisiert nicht nur Auftragsarbeiten wie das FAUN-Graffiti, sondern gibt auch Workshops, teilweise mit kunsttherapeutischen Ansätzen.
Seit Jahren arbeitet er mit dem Hamburger "Atelier Freistil" zusammen, einer Künstlergemeinschaft von Menschen mit Behinderung. Über Umwege kam so 2015 auch der Kontakt zur KRAVAG zustande. Zusammen mit dem Atelier Freistil und Fotokünstler Christoph J. Binöder setzte BROZILLA damals das Projekt "Inklusion - Kunst kennt keine Behinderung" um.
Die Künstlerinnen und Künstler gestalteten vor zehn Jahren die Plane eines Aufliegers, den die Spedition Zoder GmbH zur Verfügung stellte - ein rollendes Statement für mehr Inklusion in unserer Gesellschaft. Das Projekt begeisterte die Branche und weitere Speditionsunternehmen folgten Zoders Beispiel. Für Gerrit Fischer waren das die ersten Berührungen mit der Transport- und Logistikwelt.
Nur kurze Zeit später entstand zusammen mit dem Künstler RESH das FAUN-Graffiti. Etwa einen Monat braucht Gerrit für ein Projekt solcher Größe von der Planung des Motivs über den Zuschnitt eventuell nötiger Schablonen bis hin zum fertigen Bild.
Übrigens ist der FAUN nicht das einzige Kunstwerk von BROZILLA, das uns tagtäglich den Arbeitsalltag versüßt. Auch der Eingangsbereich unserer Hamburger R+V Akademie und die Wände unseres Co-Working-Spaces HK 100 tragen seine Handschrift.
Mit seiner häufig sozialkritischen Kunst setzt sich Gerrit Fischer für eine vielfältige Gesellschaft, Demokratie, Toleranz und Chancengleichheit ein - und das nicht allein in Deutschland. 2018 rief er das "BROZILLA Art Project" in Namibia ins Leben. Er sammelt Geld, gibt Workshops und unterstützt Jugendliche aus den Townships dabei, selbstständige Graffiti-Künstlerinnen und -Künstler zu werden. Im Gegensatz zu Deutschland ist die Graffiti-Szene in vielen Teilen der Welt deutlich professioneller aufgestellt. Ob Guatemala, Südafrika oder Armenien: Graffitis gelten hier in der Gesellschaft als Kunstform.
