Milena und Robert im Gespräch über 47 Jahre KRAVAG, neue Perspektiven aus der Ausbildung und den Wert von Erfahrung
Arbeiten im Wandel
Die KRAVAG lebt von den Menschen, die sie gestalten – gestern, heute und morgen. Kaum wird das so sichtbar wie im Austausch zwischen unserer dienstältesten Kollegin Milena und unserem jüngsten festangestellten Mitarbeiter Robert. Zwei Lebenswege, zwei Generationen, ein Unternehmen: Im Gespräch teilen sie Erfahrungen aus 47 Jahren KRAVAG, frische Perspektiven aus der Ausbildung und Gedanken über das Miteinander, das Arbeiten im Wandel und unsere gemeinsame Zukunft. Ein Gespräch, das zeigt, wie viel wir voneinander lernen können – und was uns als KRAVAG ausmacht.
Hannah:
Milena, Robert, ihr beide seid ganz unterschiedliche Generationen bei der KRAVAG. Stellt euch doch einmal einander vor: Wer seid ihr und was macht ihr bei uns?
Milena:
Ich bin Milena, 74 Jahre alt, und bin auf Empfehlung einer ehemaligen Berufsschulkollegin am 1. Januar 1979 zur KRAVAG gekommen.
KRAVAG galt damals schon als der absolute Spezialversicherer für Fuhrunternehmen. Zur Markterweiterung und für den Einstieg ins Privatgeschäft brauchte es Mitarbeitende, die bereits mit der Materie vertraut waren. So bin ich hierhergekommen und habe diesen Schritt nie bereut.
Robert:
Ich bin Robert 21 Jahre alt und seit zwei Jahren dabei. Vorher habe ich meine Ausbildung bei der KRAVAG gemacht.
Hannah:
Milena, du hast in fast fünf Jahrzehnten unzählige Bereiche gesehen. Wie hat sich dein Aufgabenprofil im Laufe der Zeit entwickelt?
Milena:
Heute arbeite ich als Teilzeitkraft im Kundenbereich Kfz und prüfe anhand von Excel-Listen, ob bestimmte Fahrzeuge aufgrund nicht eingereichter Unterlagen stillgelegt werden müssen.
Angefangen habe ich als Sachbearbeiterin in der Kfz-Kundenbetreuung. Zu meinen Aufgaben gehörten die Antragsbearbeitung, Veränderungsanzeigen sowie die telefonische Kundenberatung. Besonders der Umgang mit Menschen hat mir viel Spaß gemacht, so dass ich später in den neu geschaffenen Kundendienst am Heidenkampsweg wechselte. Dort beschäftigten wir uns mit den Fragen und Problemen, die die Kunden zu uns ins Haus brachten.
Mit dem Wechsel verschiedener Strukturen übernahm ich auch neue Aufgaben, zum Beispiel aus dem Marketing und der Schadenüberwachung. Als das Servicecenter als Pilotprojekt startete, wurde ich direkt Teil des Teams – ich war immer neugierig auf neue Aufgaben. Nach drei Jahren zog es mich jedoch wieder zurück in den betrieblichen Fachbereich, wo ich die letzten zehn Jahre meiner Berufslaufbahn in der Maklerbetreuung tätig sein durfte.
Mit 63 Jahren begann der erste Schritt in das Rentendasein. Doch nach zweieinhalb Jahren hatte ich mich genug ausgeruht und übernahm kleine Nebenjobs: Museumsaufsicht, Empfang und Terminvergabe bei einem Orthopäden sowie Statistenrollen in kleineren Filmproduktionen. Als ich dann davon hörte, dass die KRAVAG Aushilfe sucht, war ich sofort dabei.
Nach achtjähriger Tätigkeit als Silverworkerin endet nun zum 30. November mein Berufsleben bei der KRAVAG. Mal schauen, was sich vielleicht noch Neues ergibt! Ich fotografiere gerne und werde bei Apple sicherlich noch einige Kurse belegen.
Hannah:
Robert, du bist erst seit kurzem fest angestellt, hast in deiner Ausbildung aber auch einen Einblick in viele Abteilungen bekommen. Wie sieht dein Arbeitsalltag heute aus?
Robert:
In meiner Ausbildung habe ich alle Abteilungen durchlaufen – von Kfz bis Transport. Zufällig bin ich dann in der Transport-Abteilung gelandet, wo ich meine Zielabteilung gefunden habe. Durch die verkürzte Ausbildung bin ich seit dem 1. Juli fest dabei, auch wenn mir noch viel Fachwissen fehlt – gerade im Individualgeschäft.
Ich mache vor allem Bestandsbearbeitung, also operatives Tagesgeschäft, Vertragsbearbeitung und Neuanlagen. Gleichzeitig darf ich bei den Kolleginnen und Kollegen mit reinschauen, und wir tauschen uns oft über Fachthemen aus.
Dazu kommt mein Technik-Interesse: Ich versuche Prozesse zu vereinfachen, etwa mit Makros oder Vorlagen, damit wiederkehrende Aufgaben schneller laufen. Ein Beispiel ist ein Makro für die jährlichen Versicherungsbestätigungen. Spannend finde ich auch unser KI-Projekt mit der SVG, die an einem Chatbot für den Außendienst arbeitet.
Nächstes Jahr starte ich außerdem den Transportspezialisten – eine zweijährige Zusatzqualifikation in Wuppertal.
Hannah:
Erinnert ihr euch an euren ersten KRAVAG-Tag? Wie habt ihr die Anfänge jeweils erlebt?
Milena:
Ich habe mit einer Kollegin zusammen angefangen und es war ein fürchterliches Wetter mit ganz viel Schnee. Wir haben uns bis in den Heidenkampsweg vorgekämpft und sind hier ziemlich fertig angekommen. Dann saßen wir beim Abteilungsleiter, auf den Namen komme ich nicht mehr, und wurden nach einem netten Gespräch in die Gruppen gebracht, wo wir dann künftig eingearbeitet werden sollten.
Robert:
Ich würde sagen, der erste Tag war der, am dem ich in der Zielabteilung angefangen habe. Ich habe zuerst die Gruppenleiterin getroffen und die Person, die mich betreuen soll. Dann haben wir uns kennengelernt und danach durfte ich direkt dabei sein und die ersten einfachen Aufgaben erledigen.
Hannah:
Milena, wenn du auf die Veränderungen der letzten Jahrzehnte schaust: Was hat sich am deutlichsten gewandelt?
Milena:
Alles – und nicht immer positiv. Man arbeitet heute einfach anders. Früher war alles individueller. Man hatte den Telefonkontakt zum Kunden und zum Makler. Heute ist das Servicecenter zwischengeschaltet.
Schön waren die letzten zehn Jahre, in denen ich einen unserer Makler betreut habe: Diese Arbeit hat mich ausgefüllt und mir Spaß gemacht.
Hannah:
Und gibt es etwas, das trotz aller Veränderungen gleichgeblieben ist?
Milena:
Alles hat sich verändert. Eigentlich ist gar nichts gleichgeblieben. Vor allem das Miteinander, das ist anders geworden. Allein durch das Homeoffice. Man hat ja gar nicht mehr die Kontakte, wie zu der Zeit als man noch im Großraum oder Nebenraum mit mehreren gesessen hat und sich mal kurz austauschen konnte. Ich glaube, dadurch fehlt ein Stück Menschlichkeit.
Robert:
Ich kenne das nicht anders.
Ich habe nach dem Abitur direkt die Ausbildung angefangen. Für mich war das schon immer so, wie es jetzt ist. Wahrscheinlich hängt es auch von der Abteilung ab. Wenn ich von meiner Abteilung spreche, dann ist das Miteinander echt richtig gut.
Hannah:
Was hat euch bei der KRAVAG besonders überrascht – positiv oder unerwartet?
Robert:
Was ich nicht erwartet habe, ist, wie gut ich von meiner Abteilung aufgenommen wurde, obwohl ich noch fast gar nichts wusste. Es war von Anfang an selbstverständlich, dass ich da bin.
Milena:
Also bei der KRAVAG fand ich das Miteinander schon damals ganz besonders. Es war einfach unkompliziert. Wir hatten noch kleinere Vertriebswege, das hat sich durch den großen Konzern natürlich sehr verändert.
Hannah:
Was gebt ihr euch gegenseitig mit auf den Weg? Was kann die eine Generation von der anderen lernen?
Milena:
Ich bewundere Roberts Ehrgeiz. In deinem Alter war ich noch völlig flippig und hatte alles andere im Kopf außer zu lernen.
Ich würde ihm auf jeden Fall raten, sich immer weiterzubilden und sich immer mal wieder neue Aufgaben zu suchen. Ich habe mich hier immer sehr wohlgefühlt und hatte nie den Drang wegzugehen. Aber ich habe immer versucht, innerhalb des Unternehmens auch mal was anderes zu machen.
Ich würde jedem empfehlen, immer nach neuen Herausforderungen zu suchen, denn sonst wird es langweilig.
Robert:
Ich glaube, was ich am meisten mitnehme, ist, dass man mal was anderes ausprobieren sollte, selbst wenn man nach einiger Zeit wieder in seinen alten Bereich zurückkehrt. Wir sind ein großes Unternehmen, da gibt es immer wieder Möglichkeiten, im Unternehmen zu wechseln.
Es ist besser, etwas auszuprobieren und vielleicht zu bereuen, als sich später zu fragen, warum man es nie versucht hat.
Hannah:
Vorletzte Frage: Welche Werte verbindet ihr ganz persönlich mit der KRAVAG?
Milena:
Kollegialität, Offenheit und Toleranz. Das sind für mich wichtige Werte im Leben und wahrscheinlich habe ich mich deshalb auch immer so wohl gefühlt.
Robert:
Ich sehe das so ähnlich, also ich würde meinen Bereich fast schon familiär bezeichnen. Also man fühlt sich da richtig wohl. Und die KRAVAG als Marke würde ich einfach als cool bezeichnen.
Hannah:
Und zum 75. Geburtstag der KRAVAG – was wünscht ihr unserem Unternehmen?
Milena:
Ja, natürlich die besten Wünsche. Ich möchte, dass es die KRAVAG ewig gibt und dass sie für viele Menschen ein Arbeitsplatz ist, so wie ich ihn empfunden habe.
Robert:
Wie schön, da kann ich mich nur anschließen.
Die besten Wünsche, dass es immer weiter hochgeht, dass die Kunden weiterhin zu uns kommen. Dass wir das behalten, was uns als Marke ausmacht.
