Ein weiß-roter LKW mit KRAVAG-Werbung parkt vor einem Backsteingebäude.

Newsletter 07 / 2026

Drei Fragen an Sebastian Will

Als Senior Account Manager bei aedifion unterstützt Sebastian Will Immobilienbetreiber und Asset Manager dabei, ihre Gebäude effizienter, nachhaltiger und zukunftsfähig zu machen. Im Gespräch mit Anja Ludwig beantwortet er drei zentrale Fragen, die ihm in Gesprächen mit Kunden immer wieder begegnen.

 

Elektrifizierung, steigende Energiekosten, regulatorischer Druck – wo setzt Betriebsoptimierung bei aedifion an, und wie schnell sehen Kunden messbare Ergebnisse?

Die KI-basierte Softwarelösung von aedifion setzt direkt an der bestehenden Gebäudetechnik an, ohne dass baulich etwas an der Immobilie verändert werden muss. Unsere Cloud-Plattform analysiert in Echtzeit, wie Heizung, Kühlung, Lüftung und andere Anlagen tatsächlich laufen. Dabei identifizieren wir Ineffizienzen und optimieren die Betriebsführung automatisiert, z.B. wenn im Foyer eines Bürogebäudes außerhalb der Betriebszeiten die Heizungsanlage unbemerkt auf Volllast läuft oder die Vorlauftemperatur nicht optimal eingestellt ist. Das heißt: Die vorhandenen Assets werden einfach effizienter betrieben, bevor überhaupt über teure Investitionen nachgedacht werden muss.

Messbare Ergebnisse sehen unsere Kunden typischerweise innerhalb der ersten 3 bis 6 Monate. Konkret bedeutet das: reduzierte Energieverbräuche, oft zwischen 15 und 25 Prozent niedrigere Betriebskosten und eine verbesserte CO₂-Bilanz. Und das alles sauber dokumentiert durch kontinuierliches Monitoring. Gleichzeitig erfüllen Betreiber damit auch gesetzliche Anforderungen an die Gebäudeautomation, wie sie z.B. im jüngst verabschiedeten Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) festgeschrieben sind.

Der entscheidende Vorteil sind die Geschwindigkeit und die hohe Skalierbarkeit: Herstellerunabhängige Plug-and-Play-Integration in die bestehende Gebäudeleittechnik, keine monatelangen Umbauarbeiten, sofortiger Datenzugang. Die Optimierung beginnt ab Tag eins und lässt sich nahtlos auf weitere Gebäude im Portfolio ausrollen.

Viele Betreiber kennen ihre Energieverbräuche nur aus der Jahresabrechnung. Wie schafft Datentransparenz hier einen Mehrwert, der über reine Zahlen hinausgeht?

Jahresabrechnungen zeigen nur das „Was", aber nicht das „Warum" oder „Wo". Wir liefern granulare Echtzeitdaten auf Anlagenebene. Das bedeutet: Betreiber sehen genau, welche Heizkreise, Lüftungsanlagen oder Kältemaschinen wann wie viel Energie verbrauchen, und vor allem, ob dieser Verbrauch technisch überhaupt sinnvoll ist.

Der eigentliche Mehrwert liegt in der Handlungsfähigkeit. Wenn unsere Plattform meldet, dass eine Lüftungsanlage nachts auf Vollbetrieb läuft, obwohl das Gebäude leer ist, kann sofort reagiert werden, nicht erst Monate später beim Blick auf die Rechnung. Transparenz wird dadurch zum echten Steuerungsinstrument.

Hinzu kommt: Diese Datentransparenz ermöglicht fundierte Investitionsentscheidungen. Betreiber erkennen, welche Anlagen energetisch kritisch sind, wo eine Modernisierung echten ROI bringt und wo digitale Betriebsoptimierung völlig ausreicht. Das verhindert Fehlinvestitionen und schafft Planungssicherheit, gerade bei knappen Budgets und steigendem ESG-Druck von Investoren.

Dynamisches Lastmanagement klingt komplex – wie funktioniert das in der Praxis, und welchen konkreten Nutzen hat ein Logistikbetreiber davon?

Dynamisches Lastmanagement bedeutet im Kern: Der Energieverbrauch wird intelligent auf Basis externer Faktoren gesteuert – etwa Strompreise, Netzauslastung oder Wetterdaten. Unsere Plattform verschiebt automatisiert Lasten in günstigere Zeiten, ohne dass der Betrieb dadurch beeinträchtigt wird.

Ein Praxis-Beispiel aus der Logistik: Die Plattform erfasst, dass der Strompreis nachts niedriger ist. Sie steuert dann Kühlhäuser so, dass diese in den günstigen Stunden vorkühlen und tagsüber bei höheren Preisen weniger Energie benötigen. Gleichzeitig werden Ladevorgänge für Elektro-Stapler oder E-LKW in kostengünstige Zeitfenster verschoben.

Der konkrete Nutzen für Logistikbetreiber: Erstens Kostensenkung durch niedrigere Energiebeschaffungskosten, variable Tarife werden optimal genutzt. Zweitens Netzentgeltoptimierung: Teure Lastspitzen werden vermieden, was die Netzentgelte reduziert, was gerade bei Gewerbestromtarifen ein relevanter Faktor ist. Drittens Betriebssicherheit: Es sind keine manuellen Eingriffe nötig, die autonome Steuerung läuft im Hintergrund. Und viertens Skalierbarkeit: Bei wachsender E-Mobilität, Stichwort Flotten-Elektrifizierung, verhindert intelligentes Lastmanagement Überlastungen der Netzanschlüsse.

Das System lernt dabei kontinuierlich und passt die Steuerungsstrategien an, etwa an saisonale Schwankungen oder veränderte Betriebszeiten. Die Komplexität bleibt für den Betreiber unsichtbar, er sieht nur das Ergebnis: niedrigere Kosten und höhere Planbarkeit.

Das zuvor erwähnte Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das am 10. Juli 2026 vom Bundestag beschlossen wurde, schafft ab Ende 2029 verbindliche Anforderungen an den Großteil des Gebäudebestands. Wer frühzeitig beginnt, Betriebsdaten zu erfassen und auszuwerten, verschafft sich drei wesentliche Vorteile: Erstens lassen sich regulatorische Anforderungen ohne Zeitdruck umsetzen. Zweitens entstehen belastbare Datengrundlagen für Investitionsentscheidungen. Und drittens werden Ineffizienzen im Gebäudebetrieb sichtbar, die sich kurzfristig beheben lassen und einen echten Mehrwert liefern.

Für Rückfragen und einen fachlichen Austausch wenden Sie sich gern direkt an Sebastian Will: swill@aedifion.com

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